Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Schwarzbuch 2009 - Augsburg

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07.10.2009

Schwarzbuch 2009 - Augsburg

Projekt "zweistöckige Straßenbahnunterführung am Augsburger Hauptbahnhof wird zum Fass ohne Boden

Augsburg. Zu einem Fass ohne Boden wird das Projekt "zweistöckige Straßenbahnunterführung am Augsburger Hauptbahnhof" werden.
Geplant ist u.a. die Errichtung eines Straßenbahntunnels mit einer Haltestelle unter den Bahngleisen im zweiten Untergeschoss des Hauptbahnhofes. Auch soll eine Verbindung zum neuen Westzugang des Hauptbahnhofs für Straßenbahn und Fußgänger geschaffen werden. Das Tunnelbauwerk soll eine Länge von 220 m und eine Breite von 16 m aufweisen.

Im November 2006 ist man in einer Planungsvereinbarung, unterschrieben von der Bahn AG und dem Augsburger Stadtwerke-Chef, von Kosten in Höhe von rd. 70 Mio. € für das Projekt ausgegangen. Ende 2008 lagen die Kosten laut Angabe der Stadtwerke Augsburg GmbH bereits bei 94,5 Mio. €.

Trotz dieser bereits jetzt entstandenen Kostensteigerungen und erheblicher Kritik aus Fachkreisen sowie des Bundes der Steuerzahler wurden kosten-günstigere Varianten bei Verzicht auf die zweistöckige Untertunnelung nicht ernsthaft geprüft, wobei als Hauptargument der mögliche Verlust von Zuschüssen und eine Verzögerung des Projektes an-geführt wird.

Auch wenn die Stadt Augsburg darauf hinweist, dass ihr Eigenanteil an den bisherigen Kostenschätzungen bei nur 3 Mio. € liegen würde, so summieren sich doch die geplanten Anteile der stadteigenen Tochter Stadtwerke Augsburg GmbH auf weitere 23,4 Mio. €. Der Rest würde dann neben einem An-teil der Deutschen Bundesbahn von 16,7 Mio. € über öffentliche Zuschüsse finanziert.

Gleich aus welchem Topf die Finanzierungsmittel kommen, es handelt sich dabei stets um Gelder der Steuer- und Gebührenzahler.
Nachdem sich die Realisierung dieses Projektes noch bis zum Jahr 2016 hinziehen soll, sehen die Steuerzahler in Anbetracht der bisherigen Kostensteigerungen gleichsam noch kein Licht am Ende des Tunnels.
Der Bund der Steuerzahler befürchtet, dass zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Projektes weit über 100 Mio. € im Tunnel verschwunden sein werden.

Wie tief dabei dann den Augsburger Steuerzahlern in die Tische gegriffen wird, bleibt abzuwarten.

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