Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Schwarzbuch 2009 - München Fall II

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07.10.2009

Schwarzbuch 2009 - München Fall II

Kostenexplosion beim Neubau der "Kleinen Olympiahalle"

Eine erhebliche finanzielle Belastung wird auf die Landeshauptstadt München beim Neubau der sog. "Kleinen Olympiahalle" zukommen. Dabei steht die Erforderlichkeit einer umfangreichen Modernisierung der 37 Jahre alten Olympiahalle außer Frage, sollte doch die Olympiahalle gegenüber anderen Großhallen nicht weiter ins Hintertreffen geraten.

Die Generalsanierung der Olympiahalle setzt sich aus drei Teilprojekten zusammen:
Dem Neubau der "Kleinen Olympiahalle", dem Umbau der bestehenden Olympiahalle und den sog. "Muss-Maßnahmen". Die "Kleine Olympiahalle" wird unterirdisch neben der bestehenden Olympiahalle gebaut. Beide werden über einen Tunnel verbunden sein. Die "Kleine Olympiahalle" soll ihre große Schwester bei Großveranstaltungen logistisch entlasten und einen Konzertraum für bis zu 4000 Zuhörer umfassen. Auch eine "Pop-Kantine" für die Begleitung der Bands, der sog. Roadies, wird sich in der "Kleinen Olympiahalle" finden. Beim Teilprojekt "Kleine Olympiahalle" sind jedoch der Stadt München die Kosten gleichsam davon gelaufen.

Während man für diesen Neubau noch vor einigen Jahren von einer Kostenschätzung in Höhe von 16,9 Mio. € ausgegangen ist, war man Ende 2008 nach zum größten Teil erfolgter submittierter Ausschreibung schon bei einer Projektsumme in Höhe von 30,28 Mio. € angelangt. Eine Kostensteigerung von satten rd. 80 %.

Ursächlich für die Kostenexplosion waren unvorhersehbare Einflüsse aus Bau- und Grundstückssubstanz, Planungsfortschreibungen, zusätzliche Auflagen der Behörden und neue Anforderungen durch die Bauherrin, die Stadtwerke München GmbH.

Hinzukommen die Kosten für den Umbau der bestehenden "großen Olympiahalle" mit der Errichtung einer Zufahrt für Trucks von weiteren rd. 34,2 Mio. €. Die sog. "Muss-Maßnahmen", die vorwiegend der Erhaltung der baulichen und technischen Funktionalität, z. B. Erneuerung der innen befindlichen Decke des olympischen Zeltdachs dienen, erfordern nochmals weitere rd. 34,4 Mio. €. Summa summarum: Knapp 100 Mio. € wird die Generalsanierung der
Olympiahalle zu stehen kommen. Zu hoffen bleibt, dass die Münchner Bürger und Steuerzahler nach Fertigstellung des anspruchsvollen Projekts von weiteren ärgerlichen Kostensteigerungen wie beim Neubau der "Kleinen Olympiahalle" verschont bleiben.

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