Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Newsletterinhalte

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31.10.2018

Schwarzbuch 2018 München Unterföhring - So-da-Brücke

Brücken, Straßen & Verkehr

Eine an der Bundesautobahn A 99 – Autobahnring um München – bestehende „So-da-Brücke“ bei Unterföhring, die vorn und hinten gleichsam im Nichts endet, wird für rund 1 Mio. Euro zu einer sogenannten Tierquerung umgebaut. Auch eine weitere, seit rund 40 Jahren ungenutzte „So-da-Unterführung“, die unter der A 99 bei Grasbrunn hindurchführt, wurde für rund 3 Mio. Euro zurückgebaut und ebenfalls zu einer Tierquerungshilfe umgestaltet.






München. Als „So-da-Brücke“ bezeichnet der Bund der Steuerzahler ein ungenutztes Brückenbauwerk (BW 28/1) über die A 99 – ganz einfach, weil es seit vielen Jahren nur so da steht. Dazu teilte die Autobahndirektion Südbayern auf Anfrage des BdSt mit: „Das bestehende Überführungsbauwerk, mit welchem ein öffentlicher Feld- und Waldweg über die A 99 geführt wird, wird im Zuge des 8-streifigen Ausbaus der A 99 zwischen dem Autobahnkreuz München-Nord und der Anschlussstelle Aschheim-Ismaning instandgesetzt. Im Zuge der Instandsetzung wird es zu einer Tierquerung umgenutzt und dafür optimiert.“ Die „So-da-Brücke“ wird also extensiv begrünt. Auf beiden Seiten des Bauwerks wurden zwei Meter hohe sogenannte Irritationsschutzwände errichtet. „Dies dient der Förderung der Biotopvernetzung und stellt eine Ergänzung zur Aufwertung der Ausgleichsflächen nördlich und südlich der A 99 dar“ – so die Mitteilung der Autobahndirektion Südbayern. Der Umbau der „So-da-Brücke“ zu einer ca. 11 Meter breiten „Grünbrücke“, damit künftig Hasen, Füchse und Marder die A 99 queren können, war Auflage des Planfeststellungsbeschlusses und ist im Gesamtzusammenhang des 8-streifigen Ausbaus der A 99 zwingend umzusetzen. Die Kosten für den Umbau der Brücke zu einer Tierquerung von immerhin rund 1 Million Euro haben jedenfalls die Steuerzahler zu berappen.

Die „So-da-Unterführung“ bei Grasbrunn wurde nach Mitteilung der Autobahndirektion Südbayern „1974 als Kreuzungsbauwerk (BW 43/1) der A 99 mit der damals geplanten A 87 nach Rosenheim errichtet. Mit dem Wegfall der Planung der A 87 entfiel das ursprüngliche Erfordernis des Kreuzungsbauwerks“. Die ungenutzte und seit rund 40 Jahren nur so da stehende Unterführung war also in die Jahre gekommen und aufgrund ihres schlechten Zustands aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr instand zu setzen.

„Bei der vorbereitenden Untersuchung, inwiefern auf das Bauwerk vollständig verzichtet werden kann, zeigte sich, dass das Bauwerk von Tieren (u. a. verschiedene Fledermausarten, aber auch andere Klein und Mittelsäuger, z. B. Füchse, Hasen und Rehe) als Querungshilfe genutzt wird und aus naturschutzfachlicher Sicht unverzichtbar ist. Als einzige Tierquerungshilfe zwischen dem Autobahnkreuz München-Ost und dem Autobahnkreuz München-Süd dient es der Erhaltung der Vernetzung der beidseits der A 99 vorhandenen Lebensräume. Der Erhalt einer Querungsmöglichkeit erfüllt dabei die Vorgaben des Naturschutzrechts und die Forderung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Anstelle der nicht mehr wirtschaftlich umsetzbaren Sanierung wurde das alte Bauwerk zurückgebaut und ein Ersatzbauwerk mit geringeren Abmessungen“ – (knapp 60 Meter lang und circa 10 Meter breit!) – „errichtet, das aus naturschutzfachlicher Sicht erforderlich und geeignet war, die unverzichtbare Funktion als Tierquerungshilfe zu übernehmen. Die Mehrkosten im Verhältnis zu einem vollständigen Rückbau des Kreuzungsbauwerks betrugen rund 3 Mio. Euro“ – so die Mitteilung der Autobahndirektion Südbayern.

DER BUND DER STEUERZAHLER HOFFT
Der BdSt hofft, dass die neue Grünbrücke sowie die umgestaltete „So-da-Unterführung“ auch tatsächlich von Füchsen, Hasen, Rehen, Mardern und Fledermäusen angenommen werden.
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