Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Newsletterinhalte

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31.10.2018

Schwarzbuch 2018 München - Sanierung Staatstheater Gärtnerplatz

Nachlese

Weitere Kostensteigerung bei Sanierung des Gärtnerplatztheaters




Fünfeinhalb Jahre lang wurde das Staatstheater am Gärtnerplatz in München saniert und verschlang über 50 Mio. Euro mehr als ursprünglich geplant. Bereits in seinem Schwarzbuch 2016 hatte der Bund der Steuerzahler die Kostensteigerung bei der Sanierung des „Gärtnerplatztheaters“ von zunächst 70,7 Mio. Euro auf rund 97 Mio. Euro kritisiert. Das Projekt verteuerte sich um weitere 24,7 Mio. Euro.








München. Für dieses Großprojekt wurden 2010 Gesamtkosten von 70,7 Mio. Euro
genehmigt. 2012 bewilligte der zuständige Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des Bayerischen Landtags einen 1. Nachtrag von 6,5 Mio. Euro. Drei Jahre später genehmigte man infolge von bauseitigen Erschwernissen und damit verbundenen Kostensteigerungen einen 2. Nachtrag von 19,7 Mio. Euro, wovon
16,7 Mio. Euro baubedingt waren und rund 3 Mio. Euro auf die verlängerte Anmietung von Ausweichquartieren durch das Theater entfielen. 2015 war man somit schon bei rund 97 Mio. Euro für die Sanierung des „Gärtnerplatztheaters“ angelangt. Am Ende werden wohl 121,6 Mio. Euro für die Theatersanierung benötigt, sodass der Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen im Juli 2017 einen 3. Nachtrag in Höhe von 24,7 Mio. Euro genehmigen musste. Zurückzuführen ist diese weitere Kostensteigerung im Wesentlichen auf:


  • Mehrkosten durch Steigerung des Baupreisindex, Lohn- und Materialpreissteigerungen und für die Auftraggeberseite ungünstige Ausschreibungsergebnisse aufgrund der guten Baukonjunktur

  • Unvorhergesehene Mehrleistungen aufgrund schlechter vorhandener Bausubstanz und wegen nachträglicher Forderungen im Zuge technischer Abnahmen

  • Zusätzlich erforderliche Leistungen, insbesondere bei der Bühnentechnik und Bühnenmaschinerie

  • Erschwernisse bei den technischen Installationen

  • Verlängerte Bauzeit von ca. einem Jahr

  • Verlängerte Anmietung von Ausweichspielstätten. Allein für Ausweichspielstätten beliefen sich die Gesamtkosten für den Zeitraum von 2012-2017 auf rund 8,4 Mio. Euro.


Doch nicht nur die Kosten sind davongelaufen. Auch die Fertigstellung und Wiedereröffnung des Staatstheaters verzögerte sich erheblich. Entgegen früherer Pläne konnte die Sanierung des Staatstheaters zum 150-jährigen Jubiläum des Hauses im Jahr 2015 nicht fertiggestellt werden. Auch die anschließend geplante Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Herbst 2016 scheiterte. Es war erst am 14./15. Oktober 2017 soweit, dass die neue Theaterspielzeit mit einer Eröffnungsgala im neu sanierten „Gärtnerplatztheater“ beginnen konnte.

DER BUND DER STEUERZAHLER MEINT
Die Leidtragenden der mehr als 70-prozentigen Kostensteigerung bei der Sanierung
des „Gärtnerplatztheaters“ sind wieder einmal die bayerischen Steuerzahler.
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