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31.10.2018

Schwarzbuch 2018 Bund - Schwabach - Brückenbauwerke über die A6

Brücken, Straßen & Verkehr

Zu einer fast 50-prozentigen Kostensteigerung kam es bei der Erneuerung eines Brückenbauwerks mit Geh- und Radwegen im Zuge des Ausbaus der A 6 bei Schwabach. Das Brückenbauwerk war am Ende mehr als rund 1 Mio. Euro teurer als ursprünglich angenommen.








Bund/Schwabach. Im Zuge des Ausbaus der A6 zwischen den Anschlussstellen „Schwabach West“ und „Roth“ wurde die die A 6 überquerende Penzendorfer Straße (Staatsstraße 2239), die nur über schmale Notgehwege verfügte, erneuert. Das Brückenbauwerk wurde auf Wunsch der Stadt Schwabach so verbreitert, dass ein durchgängiger Geh- und Radweg entlang der St 2239 errichtet wurde. Während man im Vorentwurf aus dem Jahr 2009 noch von Gesamtkosten in Höhe von 2,425 Mio. Euro ausgegangen ist, hat das Ausschreibungsergebnis, auch aufgrund der allgemeinen Baukostenentwicklung und durch Mehrleistungen aufgrund einer vorgezogenen Bauausführung, im Jahr 2013 bereits 3,129 Mio. Euro aufgewiesen. Die Brückenbaumaßnahme wurde schließlich im Jahr 2017 mit Gesamtkosten von 3,565 Mio. Euro abgerechnet, wobei aufgrund einer Kreuzungsvereinbarung der Stadt Schwabach 822.391,34 Euro in Rechnung gestellt wurden. Allerdings erhielt die Stadt Schwabach für die Straßenbaumaßnahme wiederum staatliche Fördergelder in Höhe von 600.000 Euro. Zwischenfazit: Gleich, aus welchem Topf die Steuergelder stammen, sind letztlich die Steuerzahler die Leidtragenden der knapp 50-prozentigen Kostensteigerung. Doch damit nicht genug. Rund 350 Meter weiter östlich auf Höhe des Schwabacher Ortsteils Penzendorf wurde die A 6 von einem Durchlass unterquert, der für Fußgänger und Radfahrer eine Verbindung zum Hauptort Schwabach darstellte. Zunächst war angedacht, diese Unterführung beim Ausbau der A 6 ersatzlos zu streichen. Nach heftigen Protesten aus der Penzendorfer Bürgerschaft wurde dann aber beschlossen, diese Verbindung zu erhalten. Wegen der Verbreiterung der A6 hätte eine Unterführung deutlich länger ausfallen müssen. Daher hat man sich wohl auch aus Kostengründen für den Bau einer Fuß- und Radwegüberführung – als Ersatz für den Durchlass – entschieden. Dieses Brückenbauwerk, das erst Ende 2018/2019 fertig sein wird, wird Kosten in Höhe von rund 1 Mio. Euro erfordern. Dabei stellt sich die Frage, ob diese insbesondere hinsichtlich der Förderung des Radverkehrs zwar sinnvoll erscheinende Fuß- und Radwegüberquerung tatsächlich zwingend erforderlich ist.

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