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29.09.2017

Schwarzbuch 2017 - München Sauberkeitskampagne.

Teure Imagepflege

400.000 Euro für Sauberkeitskampagne

Obwohl die europaweite Studie „QUALITY OF LIFE IN EUROPEAN CITIES 2015“ gezeigt hatte, dass 86 Prozent der Münchner mit der Sauberkeit ihrer Stadt zu-frieden sind, hat die bayerische Landeshauptstadt – ohnehin eine der saubersten Großstädte Deutschlands – eine 400.000 Euro teure Öffentlichkeitskampagne für mehr Sauberkeit auf öffentlichen Straßen und Plätzen beschlossen.








München.
„München soll (noch) sauberer werden“, so steht es in der Beschlussvorlage des Baureferats zur Aktion „Rein. Und Sauber“. Die Kampagne soll „Bürgerinnen und Bürger an ihre Eigenverantwortung erinnern“ und „mit Werbung auf Plakaten und Auf-klebern, einer verstärkten Information über die bestehende Servicehotline sowie mög-licherweise auch einer App zur Meldung von Verschmutzung die Bevölkerung erreichen“. Mit Motiven der Öffentlichkeitskampagne, die ab Mai 2017 stadtweit plakatiert wurden, wird also für noch mehr Sauberkeit in der Landeshauptstadt München geworben.

Bereits im Jahr 2007 wurde eine gleichnamige Öffentlichkeitskampagne durchgeführt. Auf den Erfolg dieser Kampagne wird die aktuelle Zufriedenheit der Münchner mit der Sauberkeit ihrer Stadt zurückgeführt. Auch noch 2015 gaben 86 Prozent der Münchner in einer Studie an, mit der Sauberkeit ihrer Stadt zufrieden zu sein.

Dies sah das Baureferat als Bestätigung seines Vorhabens, denn „im Hinblick auf den starken Zuzug nach München und die hohe Fluktuation stellt die Information und Sensi-bilisierung der Bürgerinnen und Bürger eine Daueraufgabe dar“. Bedeutet dies nun, dass es eine solche Sauberkeitskampagne alle paar Jahre geben soll?

Die Gesamtkosten der diesjährigen Aktion: circa 400.000 Euro. Allein für die Miete von Werbeflächen wie beispielsweise Plakatwände oder Litfaßsäulen werden 135.000 Euro ausgegeben. Für die grafische Gestaltung der Kampagne durch eine Agentur sind 130.000 Euro eingeplant, Druck- und Produktionskosten für Großplakate, Broschüren, Aufkleber etc. werden mit 80.000 Euro, digitale Dienstleistungen mit 45.000 Euro und Fotografiekosten mit 10.000 Euro zu Buche schlagen.
Nach Mitteilung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München können „solche Kampagnen durchaus ein Umdenken und nachhaltige Verhaltensänderungen bewirken“.

Der Bund der Steuerzahler meint:
Auch wenn 400.000 Euro in einem Sechs-Milliarden-Haushalt kein großer Posten sein mag, ist es doch fraglich, ob den Münchner Bürgern und Steuerzahlern letztlich die Vermittlung der einfachen Regel „Müll gehört in die Tonne und nicht auf den Boden“ so viel Geld wert sein soll.
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