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29.09.2017

Schwarzbuch 2017 - München LiMux

Drohende Verschwendung
München: Kein Glück mit der Software „LiMux“

Anfang der 2000er Jahre hatte die Landeshauptstadt München ihre IT von Windows auf „LiMux“ mit einem Pinguin als Icon, der das Stadtwappen trägt, umgestellt. Dafür wurden 19,1 Millionen Euro ausgegeben. Doch bald soll es Schluss sein mit dem Pinguin und dem einstigen Prestigeprojekt einer Open-Source. Man will wieder einen neuen Windows-Basis-Client für die Münchner Stadtverwaltung entwickeln.




München.
Um eine Herstellerunabhängigkeit in ihrer IT-Infrastruktur zu erreichen und Lizenz- und Hardwarekosten zu sparen, hat die Landeshauptstadt München vor circa 15 Jahren ihre EDV von Windows auf „LiMux“ umgestellt. „LiMux“ ist ein nach der Stadt München benanntes Betriebssystem auf Linux-Basis. Seinerzeit ging man davon aus, dass der mit „LiMux“ verfolgte Open-Source-Ansatz von mehreren Organisationen verfolgt werden würde, so dass sich das Betriebssystem Linux als ernst zu nehmende Alternative zu Windows für Arbeitsplätze in größeren Organisationen entwickeln würde. Doch leider kam es anders als gedacht. „Heute sind wir mit einer vornehmlich auf Linux ausgerichteten Clientlandschaft in vielen Fällen mit teilweise großen Schwierigkeiten und zusätzlichen Kosten konfrontiert, wenn es darum geht, professionelle Anwendungssoftware am Markt zu erwerben und zu betreiben. Wir sind bereits seit Jahren gezwungen, neben den Linux-Systemen auch Windowssysteme zu verwenden, da wir anderweitig unsere Geschäftsprozesse nicht geeignet unterstützen können. Auf Dauer führt dieser Zustand dazu, dass der Betrieb der nicht einheitlichen Clientlandschaft nicht mehr kosteneffizient gestaltet werden kann“ – ließ die Stadt München den Bund der Steuerzahler wissen. Daher hat der Münchner Stadtrat auch aufgrund des Ergebnisses eines umfangreichen externen Gutachtens, das den Aufbau eines neuen Windows-Clients mit einer modernen Infrastruktur dringend empfohlen hatte, im Februar 2017 „eine Neuorganisation der eigenen IT und die Gründung eines neuen IT-Referats beschlossen“. Er hat „der Verwaltung den Auftrag erteilt, ein Konzept zu erstellen, wie auf Basis eines neu zu entwickelnden Windows-Clients eine stadtweit einheitliche Client-Architektur geschaffen werden kann“. Die Arbeiten hierzu sind noch im Gange.
Der Münchner Stadtrat wird sich im November 2017 konkret mit der Neuorganisation der städtischen IT befassen.

Der Bund der Steuerzahler befürchtet:
Das rund 19 Millionen Euro teure „LiMux“-Betriebssystem hat sich offenbar als folgenschwere Fehlentscheidung erwiesen. Pinguin, adieu! Die nunmehr beabsichtigte Entwicklung eines neuen Windows-Basis-Clients für die Münchner Stadtverwaltung wird weitere Steuergelder in Millionenhöhe verschlingen.
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