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29.09.2017

Schwarzbuch 2017 - Forchheim

Baukostenexplosion Pech und Pannen bei Schulsanierung in Forchheim Zu einer gewaltigen Kostensteigerung kam es bei der Sanierung des Ehrenbürg-Gymnasiums. Aus einer zunächst geplanten lediglich
Pech und Pannen bei Schulsanierung in Forchheim

Zu einer gewaltigen Kostensteigerung kam es bei der Sanierung des Ehrenbürg-Gymnasiums. Aus einer zunächst geplanten lediglich energetischen Sanierung des Schulgebäudes wurde schließlich eine Komplettsanierung – mit entsprechenden Kostensteigerungen.





Forchheim.
Im Jahr 2008 hatte man aufgrund einer ersten Maßnahmenbeschreibung Kosten in Höhe von 5,38 Millionen Euro für die energetische Sanierung des Schulgebäudes prognostiziert. Im Jahr 2013 wurden nach Anpassung der Marktpreise, Berücksichtigung des Brandschutzkonzepts und der Integration von Lüftungsanlagen bereits Gesamtkosten in Höhe von 9,05 Millionen Euro berechnet. Entsprechend dem Standard bei anderen Schulgebäuden im Landkreis Forchheim sollten aufgrund einer erweiterten Planung neben einer globalen Bodensanierung, HPL-Wandverkleidungen in den Fluren und Akustiklösungen im Deckenbereich auch der Fachklassentrakt saniert und interaktive Tafelsysteme installiert werden. All dies verteuerte die Sanierungsmaßnahme auf rund 11,56 Millionen Euro.

Wegen einer offensichtlichen Fehleinschätzung bei der Bestandsuntersuchung musste das Schulgebäude wider Erwarten auf Rohbauniveau zurückgebaut werden. Doch damit nicht genug. Auch im Rohbau wurden gravierende Mängel entdeckt, u. a. marode Stahlbetonteile und Stahlstützen, fehlende Brandschutzqualität im Bereich von Erkern, enorme Maßabweichungen bei den zulässigen Bauteiltoleranzen etc.. Hinzu kamen Massenfehler bei der Ausschreibung diverser Gewerke, z. B. im Trockenbau. Auch führten Mängel in Ausschreibung und Projektabwicklung zu mehrfachen Wechseln im Architekten- und Planungsteam. All dies zog weitere Mehrkosten nach sich, sodass man schließlich bei Gesamtkosten von rund 14,7 Millionen Euro angelangt ist.

Dabei ist der Landkreis Forchheim der Auffassung, dass die Mehrkosten zum weitaus größten Teil aus sogenannten Sowieso-Kosten, die unvermeidbar gewesen wären, resultieren und die Wirtschaftlichkeit der Sanierung nach wie vorgegeben ist. Auch wenn er juristisch prüfen lässt, welche Regressansprüche an welches Planungsbüro gestellt werden können, haben doch zunächst die Steuerzahler die enorme Kostensteigerung zu schultern. Sie dürfen gespannt sein, ob es tatsächlich zu einer Regressnahme kommen wird.

Der Bund der Steuerzahler meint:
Wären die zusätzlichen äußerst hohen Kosten der Sanierungsmaßnahme bereits zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung im zuständigen Bauausschuss des Landkreises Forchheim bekannt gewesen, hätten auf jeden Fall klarere Verhältnisse bestanden, und der Landkreis hätte sich von vornherein auf die hohe Ausgabenbelastung einstellen können. Zu hoffen bleibt, dass bis zum Ende der Sanierung des Schulgebäudes im April 2018 nicht noch weitere „Überraschungen“ in Form von Kostensteigerungen auftauchen werden.
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