Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Newsletterinhalte

Newsletterinhalte
29.09.2017

Schwarzbuch 2017 - Berchtesgaden

Weitere Kostensteigerung beim Neubau des „Hauses der Berge“

Bereits in seinem Schwarzbuch 2010 hatte der Bund der Steuerzahler die Kostensteigerung bei dem Neubau des „Hauses der Berge“ von zunächst 11 Millionen Euro auf 19 Millionen Euro kritisiert. Bis Ende 2016 wurden weitere 3,7 Millionen Euro für den Bau und die Ausstattung ausgegeben.





Berchtesgaden.
Das anspruchsvolle Projekt „Haus der Berge“ wurde als modernes Besucherinformations- und Umweltbildungszentrum in Berchtesgaden für den dortigen Nationalpark gebaut. Das Zentrum vereint Naturerlebnis, ökologische Information und Umweltbildung. Man kann unter anderem Ausstellungen und ein Erlebnisgelände mit Panoramaweg besuchen. Das Bildungszentrum bietet auch ein Wasserlabor, eine Waldwerkstatt, eine Wiesenküche und einen Felsenblick.

Während man im Jahr 2005 noch von Gesamtkosten in Höhe von 11 Millionen Euro ausging, war man 2007 schon bei Kosten in Höhe von 19 Millionen Euro für das ehrgeizige Nationalpark-Projekt angelangt, da eine Machbarkeitsstudie ergeben hatte, dass der ursprüngliche Kostenrahmen nicht ausreichend war, um eine hinsichtlich Größe und Ausstattung attraktive Besuchereinrichtung zu schaffen. Dabei hatte der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags vorgegeben, dass ein strenges Kostencontrolling durchzuführen ist. Der Kostendeckel von 19 Millionen Euro sei zwingend einzuhalten. Bis Ende 2016 wurden schließlich 22,7 Millionen Euro für den Bau und die Ausstattung des „Hauses der Berge“ ausgegeben.

Ursächlich für diese Kostensteigerung waren neben Baupreisindexsteigerungen, unvermeidbaren Kündigungen von Auftragnehmern und unvorhersehbaren Problemen in der Errichtungsphase unter anderem auch die Errichtung von Besucherstellplätzen, der Einbau eines Restaurants anstelle einer Cafeteria, die Umgestaltung zweier Haupteingangsbereiche, die Sanierung einer Stützmauer sowie Bepflanzungsmaßnahmen. Auch der Bayerische Oberste Rechnungshof hatte diese Kostensteigerung gerügt und kritisierte zudem, dass Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Baumaßnahme standen, auf diversen anderen Titeln – so zum Beispiel auf „Maßnahmen auf dem Gebiet des Naturschutzes“ und der „Landschaftspflege“ – verbucht wurden, was den Grundsätzen der Haushaltswahrheit und -klarheit widerspreche.

Das zuständige Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz verwies darauf, dass man den Kostendeckel von Anfang an unbedingt einhalten wollte, weshalb man bemüht gewesen sei, Kostensteigerungen durch Einsparungen und alternative Lösungen aufzufangen. „Hinsichtlich der Kostenüberschreitung sei das Budgetrecht des Landtags nicht verletzt worden, da Kostenerhöhungen, die ausschließlich auf Lohn- und Stoffpreissteigerungen beruhen und sich im Rahmen der Baupreisindexentwicklung bewegen, die Weiterführung einer Maßnahme nicht behinderten. Zudem sei ein Nachtrag über 640.000 Euro aufgestellt und dem Landtag vorgelegt worden“, so die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr.

Der Bund der Steuerzahler meint:
Letztlich sind wieder einmal die Steuerzahler die Leidtragenden dieser verschleierten, nicht unerheblichen Kostensteigerung!
Suche
Staatsverschuldung in Bayern
0
Zuwachs / Sekunde
0
Schulden / Kopf
0