Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Newsletterinhalte

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29.09.2017

Schwarzbuch 2017 - Ansbach

Kommunale Wirtschaftsflops
Hochverschuldeter Klinikverbund

Seit Jahren schreibt das gemeinsame Kommunalunternehmen der Stadt Ansbach und des Landkreises Ansbach, der Klinikverbund „ANregiomed“, rote Zahlen. Auch nach mehrmaligen Vorstandswechseln steht ein positives Betriebsergebnis in den Sternen.



Ansbach.
2013 fusionierten die bis dato konkurrierenden Krankenhäuser Verbundklini-kum Landkreis Ansbach (mit Kliniken in Dinkelsbühl, Rothenburg o. d. Tauber und der Praxisklinik Feuchtwangen) und Klinikum Ansbach zum gemeinsamen Kommunalunter-nehmen „ANregiomed“. Seit der Fusion hat der Klinikverbund, auch wegen größerer baulicher Sanierungsmaßnahmen, schwerwiegende finanzielle Probleme, die zu Defiziten in Millionenhöhe führten.

Der damalige Vorstand teilte dem Bund der Steuerzahler noch 2014 mit, dass man davon ausgehe, das Jahresdefizit 2014 im Vergleich zu dem des Vorjahres halbieren zu können. Doch es kam noch dicker: Trotz eines mittlerweile erarbeiteten strategischen Medizin- und Sanierungskonzepts, das sogenannte Zukunftskonzept, hat sich von 2014 bis 2016 das Betriebsdefizit der „ANregiomed“ von rund 7,4 Millionen Euro auf voraussichtlich 15,2 Millionen Euro erhöht – und damit mehr als verdoppelt. Die Ursachen dafür liegen nach Mitteilung des aktuellen Vorstandes der „ANregiomed“ u. a. darin, dass „die Nachfrage und damit die Einnahmen zu gering, die Kosten des Angebots dagegen zu hoch“ sind. Das vom vorigen Vorstand beschlossene „Zukunftskonzept und der Wirtschaftsplan 2016 waren hinsichtlich der Einnahmen zu optimistisch und müssen diesbezüglich auf den Prüfstand. Kosten müssen – wo möglich – gesenkt werden“. Außerdem wurden von 2006 bis 2016 rund 24,6 Millionen Euro für externe Beratungsleistungen (Rechts- und Wirtschaftsprüfungsberatung, IT- und Bauberatung und Managementberatung) ausgegeben.

Um die Kosten zu senken und einen Weg aus diesem Dilemma zu finden, werden ver-schiedene Strategien angestrebt, wie zum Beispiel „Kosteneinsparung und Leistungs- und Einnahmeerhöhung durch Prozessoptimierung im Behandlungsprozess, die Hebung von Potential durch Interdisziplinarität und die Reduktion von Doppelstrukturen“. Zudem sind „Maßnahmen zur Intensivierung von Kooperationen, die Verstärkung der Marketingmaßnahmen und die Optimierung der Leistungsallokation“ geplant.

Der Bund der Steuerzahler meint:
Auch wenn das Weiterbestehen des Klinikverbundes essenziell für die medizinische Versorgung der Ansbacher Region ist, muss eine Lösung gefunden werden, die den Steuerzahlern nicht jedes Jahr Millionendefizite beschert.
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