Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Newsletterinhalte

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29.09.2017

Schwarzbuch 2017 - Aichach

Baupfusch im Aichacher Frauengefängnis – eine unendliche Geschichte
Das neue Versorgungszentrum der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Aichach sollte bereits Ende 2014 eröffnet werden, doch Pfusch am Bau führte zu Mehrkosten und machte die planmäßige Inbetriebnahme bisher unmöglich. Die Übergabe des fertigen und mangelfreien Bauwerks an die JVA Aichach ist nun für Ende 2017 vorgesehen.






Aichach.
Bereits im Schwarzbuch 2016/17 hat der Bund der Steuerzahler den Fall des gigantischen Baupfuschs beim neuen Versorgungszentrum der Aichacher JVA vorgestellt. Eine spanische Firma hatte auf einer Fläche von rund 4.500 Quadratmetern Wand- und Bodenfließen dermaßen mangelhaft verlegt, dass ein kompletter Rückbau erforderlich wurde.

Nach dem Abschlagen der Fliesen stellte sich zu allem Übel auch noch heraus, dass auch der Putz Mängel aufwies. Es soll es an der „Haftzugfestigkeit“ und an der Stärke des Putzes gefehlt haben. Daher müssen die Wände wieder auf den Rohbauzustand zurückgebaut werden, was sehr aufwendig ist, da teilweise schon Elektrik verlegt worden war. Infolge nachträglicher Lohn- und Stoffpreissteigerungen, baulich bedingten Massen- und Ausführungsänderungen sowie der Mängelbehebung bei den Fliesenarbeiten erhöhten sich die Gesamtbaukosten des Versorgungszentrums von 18,24 Millionen Euro auf 21 Millionen Euro.

Die zusätzlichen Kosten für die Beseitigung des Baupfuschs wird der Freistaat Bayern als Schadensersatz gegenüber dem beauftragten spanischen Unternehmen gerichtlich geltend machen. Zur Schadensdokumentation und Prozessvorbereitung ist insoweit ein selbstständiges Beweisverfahren beim Landgericht Augsburg anhängig, das zu einer Bauunterbrechung von rund einem Jahr geführt hat. Das Beweisverfahren soll nun noch um die Mängel beim Innenputz erweitert werden.
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