Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Newsletterinhalte

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02.10.2014

Schwarzbuch 2014 - Tutzing: Geh und Radweg Kostenexplosion

Tutzing. Müssen Bauvorhaben der öffentlichen Hand mit Kostensteigerungen verbunden sein? Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls bei der Errichtung eines zweifelsohne erforderlichen Geh- und Radweges von der Gemeinde Tutzing zu ihrem Ortsteil Kampberg. Für die 1,3 km lange Trasse südlich der Staatsstraße 2066 ging man zunächst von veranschlagten Kosten in Höhe von 465.000,-- € aus. Diese Kosten sind aber dann sprunghaft in die Höhe geschnellt. Rd. 1,12 Mio. € wird der neue Rad- und Gehweg nunmehr zu stehen kommen. Warum? Eine auf Anraten des Staatlichen Bauamts Weilheim durchgeführte Bodenuntersuchung brachte zu Tage, dass das betreffende Gelände „nicht standfest, sehr nass und auch etwas morastig“ ist. Um die Standsicherheit des neuen Geh- und Radweges zu gewährleisten, musste der Boden auf der gesamten Weglänge bis in ca. 1,3 m Tiefe kostspielig ausgetauscht und mit einer entsprechend tiefen Kiestragschicht versehen werden. Auf Seiten der Gemeinde Tutzing wird zwar argumentiert, dass auch mit einer früheren Bodenuntersuchung, die wünschenswert gewesen wäre, eine Kosteneinsparung nicht verbunden gewesen wäre. Im Übrigen seien keine Anhaltspunkte dafür vorhanden gewesen, Bodenuntersuchungen zu einem früheren Zeitpunkt gleichsam „ins Blaue hinein“ durchzuführen. Im Wissen um die Kostensteigerung habe der Gemeinderat an dem Projekt festgehalten und die Kostenmehrung akzeptiert.
Auch wenn der Geh- und Radweg Tutzing-Kamp-berg zum überwiegenden Teil aus Mitteln des Freistaats Bayern gefördert wird, ist dies wenig tröstlich für die Steuerzahler. Denn gleich, aus welchem Topf die Finanzierungsmittel kommen, es handelt sich dabei stets um das Geld der Steuerzahler, die die rd.140%ige Kostensteigerung für einen der teuersten Geh- und Radwege Bayerns zu schultern haben.
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