Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - München: hohe Mieten – moderate Wohnnebenkosten


09.07.2018

München: hohe Mieten – moderate Wohnnebenkosten

Das neue BdSt-Ranking der Landeshauptstädte (2016-2018) legt starke Unterschiede bei den Wohnnebenkosten offen / Appell an die Politik für ein einfaches Flächenmodell bei der Grundsteuer

Die Münchner sind es gewohnt, dass ihre Stadt immer einen Spitzenplatz einnimmt. Gleich ob es die Mietpreise oder die Lebensqualität in der Stadt sind, München ist immer ganz vorne mit dabei. Bei der Belastung mit Wohnnebenkosten ist die Landeshauptstadt am unteren Ende zu finden. Die Münchner werden nicht böse darüber sein, bedeutet es doch, dass sie im Vergleich zu den anderen Landeshauptstädten weniger für die öffentlichen Nebenkosten des Wohnens zahlen müssen.

. Lässt man die Grundsteuer außen vor, sogar auf Platz zwei der geringsten Belastung. Die Einwohner von Berlin (West) werden am stärksten mit Wohnnebenkosten belastet, im rheinland-pfälzischen Mainz ist es am preiswertesten! Das teils erhebliche Kostengefälle legt ein neues Ranking offen, für das der Bund der Steuerzahler (BdSt) alle 16 Landeshauptstädte unter die Lupe genommen hat. Der detaillierte BdSt-Check der Wohnnebenkosten für die Jahre 2016 bis 2018 vergleicht die Entwicklung, wie stark die Bürger quer durch Deutschland belastet werden. „Der Staat ist ein wesentlicher Wohnkostentreiber – jetzt kommt es für die Menschen darauf an, nicht weiter belastet zu werden“, betont Vize-Präsident Klaus Grieshaber. Denn schon beim Kauf einer Immobilie langt der Fiskus zu, Jahr für Jahr kommen dann weitere Belastungen hinzu.

13 Landeshauptstädte teurer als München
Bei seinem Ranking hat der Verband die Belastung durch sechs verschiedene Wohnnebenkosten für einen Drei-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus ermittelt: Im Einzelnen sind das die Trinkwasserpreise, die Abfall-, Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühren sowie die Grundsteuer und der Rundfunkbeitrag. Mit Gesamtkosten von 1.424 Euro im Jahr 2018 ist Mainz demnach am günstigsten, München folgt auf dem dritten Platz mit 1.540 Euro. Die Spitzenbelastung trifft Berlin (West) mit 2.228 Euro. Gegenüber dem Jahr 2016 sind 9 Landeshauptstädte teurer und 5 Landeshauptstädte günstiger geworden. Düsseldorf ist hier Trend-Sieger mit einem Kostenrückgang von 41 Euro, hingegen sind in Saarbrücken die Wohnnebenkosten mit 93 Euro am stärksten gestiegen. Neben diesem Ranking sind zum Beispiel noch die Strom- und Gaskosten zu berücksichtigen.

Appell an die Politik für ein einfaches Flächenmodell bei der Grundsteuer
Bei den einzelnen Wohnnebenkosten sind teilweise erhebliche Kostenunterschiede festzustellen. Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede bei der Grundsteuer, wo die Jahresbelastung für unseren Drei-Personen-Haushalt von 296 Euro in der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt Magdeburg bis 1.050 Euro in Hamburg reicht. Trotz der hohen Immobilienpreise belegt München hier einen Platz im Mittelfeld knapp unter dem Durchschnitt. Dieses Kostengefälle verdeutlicht die verfassungswidrigen Verzerrungen im geltenden Grundsteuerrecht: So wird derzeit bei der Berechnung der Grundsteuer in den neuen Bundesländern auf die Wertverhältnisse des Jahres 1935, in den alten Bundesländern hingegen auf die Wertverhältnisse des Jahres 1964 abgestellt. Deshalb differenziert das BdSt-Ranking hier sowie auch in der Gesamtbetrachtung zwischen Berlin (Ost) und Berlin (West).

Eine Reform der Grundsteuer ist erforderlich, weil das Bundesverfassungsgericht die geltenden Bewertungsregeln verworfen hat. Der Bund der Steuerzahler schlägt dazu ein einfaches Flächenmodell vor, das auf Grundstücksgröße sowie Wohnfläche basiert. Die Vorteile: Das Modell ist für die Bürger einfach nachvollziehbar und für die Verwaltung gut umsetzbar.

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