Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Newsletterinhalte

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12.10.2013

München: Pavillon 21 MINI Opera Space


Bayerisches Staatsministerium für
Wissenschaft,Forschung und Kunst

München - Pavillon 21
Bayerische Staatsoper
München. Für die Münchner Opernfestspiele 2010 und 2011 wurde auf dem Marstallplatz der Pavillon 21 MINI Opera Space als zusätzlicher Theaterraum der Bayerischen Staatsoper errichtet. Der spektakuläre Bau, ein futuristisches, mit auffälligen Stacheln besetztes Theatergehäuse mit rund 300 Sitzplätzen wurde als mobile Spielstätte zur Ermöglichung experimenteller Darstellungsformen konzipiert, die schnell ab- und innerhalb weniger Tage an anderer Stelle wieder aufgebaut werden sollte. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf rund 3,25 Mio. Euro. Davon steuerten Sponsoren zwei Drittel bei, der Rest – immerhin rund eine Million Euro – wurde aus Steuergeldern finanziert. Als „weltweit wahrnehmbares, zeitgenössisches kulturelles Zeichen“ sollte der Pavillon nach seiner Bespielung in München in andere Städte im In- und Ausland auf Reisen gehen und für die Bayerische Staatsoper Werbung machen. Aufgrund von nicht vorhersehbaren Bau- und Konstruktionsmängeln kam es jedoch zu erheblich längeren, über den Erwartungen liegenden Auf- und Abbauzeiten mit der Folge, dass weitere Auf- und Abbauten von der Bayerischen Staatsoper als wirtschaftlich nicht vertretbar angesehen wurden; so kostet jeder neue Aufbau rund 500.000 Euro. Da bei dem Pavillon nach Auffassung des Freistaats Bayern „die vertraglichen Vorgaben für einen fliegenden Bau nicht eingehalten wurden“, wird gegen seine Hersteller und Planer juristisch vorgegangen. Die gerichtliche Aufarbeitung von Mängelansprüchen dauert noch an. Nach Ansicht des Bay-erischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie der Bayerischen Staatsoper wurde das „erwünschte weltweite Echo schon mit dem Bau und zweimaligen Betrieb des Pavillons erreicht“. Der „internationale Werbeeffekt für die Bayerische Staatsoper und München wurde mit über 10 Mio. Euro bewertet“. All dies nützt den Steuerzahlern wenig. Denn der teure Pavillon 21 MINI Opera Space dämmerte zuletzt von September 2011 bis November 2012 – in seine Einzelteile zerlegt – in einer Augsburger Lagerhalle ungenutzt vor sich hin. Dafür hatten wiederum die Steuerzahler eine monatliche Miete, einschließlich Nebenkosten, von rund 3.500 Euro zu berappen. Insgesamt wurden 96.173 Euro für Mietkosten ausgegeben. Gleichsam nach dem Motto „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ wurde der Pavillon inzwischen in Einzelteilen verkauft. Dadurch konnte immerhin ein Betrag von 15.218 Euro erzielt werden. Fazit: Ein „Draufzahlgeschäft“ für die Steuerzahler.

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