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12.10.2013

München: Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM)


München - AWM Werbekampagne

München - AWM Werbekampagne
München. Bereits im Schwarzbuch 2012 machte der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) von sich reden, da die Sanierung der vor rund 15 Jahren errichteten Tiefgarage des AWM aus dem Ruder lief. Die Kosten beliefen sich auf über 11 Mio. Euro, die in die Müllgebührenkalkulation eingeflossen sind. Doch damit nicht genug. Jetzt startet der AWM eine teure Werbekampagne für Maßnahmen zur Förderung von Abfallvermeidung und Abfalltrennung. In den letzten fünf Jahren lag das durchschnittliche Budget für diese Maßnahmen bereits bei rund 400.000 Euro jährlich. Das Werbebudget wird nun für die nächsten vier Jahre auf insgesamt 2,7 Mio. Euro angehoben, um insbesondere eine höhere Kundenbindung zu erreichen. Damit werden Informationsbroschüren, Veranstaltungen zur Abfallberatung, Anzeigen und Fahrzeugplakate, Media-leistungen sowie Geschäftspapiere, Visitenkarten, Beschriftung der Anlagen etc. finanziert. Da zwei Drittel der erwirtschafteten Erlöse des AWM auf die Entsorgung von Hausmüll und Gewerberestmüll entfallen, für die ohnehin ein Anschluss- und Benutzungszwang besteht und der AWM insoweit eine gewisse Monopolstellung innehat, ist aus Sicht der Münchner Gebührenzahler ein millionenhohes Werbebudget kaum noch nachvollziehbar. Ob allein die Tatsache, dass ein Drittel der Einnahmen des AWM (z. B. aus Verbrennung von Fremdmüll im HKW, Entsorgung von Papier- und Biomüll, Sperrmüllaufträgen, Verkauf von Blumenerden etc.) auf dem freien Markt erwirtschaftet wird und insoweit ein harter Wettbewerb herrscht, einen derart kostspieligen Werbeetat rechtfertigt, ist mehr als fraglich. Wenn auch der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München die beabsichtigte Werbekampagne des AWM für erforderlich und sachlich gerechtfertigt hält, um den Münchner Bürgerinnen und Bürgern einen kundenorientierten Service bei dauerhaft gutem Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten, so sind es letztlich doch wieder die Münchner Gebührenzahler, die die kostenintensive Werbekampagne zu bezahlen haben.

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