Würzburg- Schwarzbuch 2011
Dabei hat man sich hochrangige Ziele gesteckt: Schnellere Bearbeitung von Verwaltungs-vorgängen, mehr Bürgernähe bei gleichzeitiger Kosteneinsparung. Eine elektronische Datenvernetzung auf einer zentralen Plattform ist das wesentliche Element des Projekts gewesen. Jeder Sachbearbeiter sollte unterschiedliche Bürgeranliegen in einem einheitlichen System bearbeiten können. Die hierdurch erhoffte Zeitersparnis sollte sich dann in barer Münze auszahlen. Es sollten 75 Arbeitsplätze eingespart werden. Doch nun ist das Projekt vorzeitig gescheitert. Die Kostenersparnis von rd. 27 Mio. €, die man sich erhofft hatte, ist schlechthin ausgeblieben. Nach nur vier Jahren hat sich nämlich gezeigt, dass keine Stelle überflüssig ist. Die Zeitersparnis war marginal. Gleichsam nach dem Motto „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ ist die Zusammenarbeit mit dem Vertragspartner eingestellt worden.
Der entsprechende Vertrag wurde zum 01.04.2011 gekündigt. Die Stadt Würzburg will nunmehr E-Government in Eigenregie durchführen, um allen Herausforderungen einer bürgerfreundlichen und innovativen Verwaltung gerecht zu werden. Wie viel Steuergelder für das mit viel Vorschusslorbeeren versehene Projekt schließlich ausgegeben wurden, wird wohl ein Geheimnis bleiben.
Auf entsprechende Anfragen des Bundes der Steuerzahler hüllt sich die Stadt Würzburg in Schweigen. Aus welchen Gründen wurde das Pilotprojekt gleichsam zur Geheimsache erklärt? Wurde es etwa zu einer elektronischen Odysee zu Lasten der Würzburger Steuerzahler?





