Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Verschwendung 2010: Coburg

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28.10.2010

Verschwendung 2010: Coburg


Ballsporthalle Coburg
Braucht man in Coburg tatsächlich eine neue Ballsporthalle? Offenbar ja. So wird die Stadt Coburg auf der „Lauterer Höhe“ eine hochmoderne Ballsporthalle errichten, obwohl in Coburg nach Mitteilung des Oberbürgermeisters bereits neben drei Einfach-Schulsporthallen, die für eine Vereinsnutzung zwar nur eingeschränkt nutzbar sind, auch zwei Dreifachturnhallen und eine Zweifachturnhalle existieren, die allerdings auch schon etliche Jahre auf dem Buckel haben.

Vor diesem Hintergrund hat der Coburger Stadtrat den Neubau einer Ballsporthalle beschlossen. Hierfür ging man von einer Kostenschätzung in Höhe von 12,5 Mio. € aus. Um aber für das anschließende Wettbewerbsverfahren den finanziellen Rahmen nicht von vornherein zu hoch zu spannen, hat man anfangs nur illusorische 9,4 Mio. € gleichsam als Ausgangslage angesetzt. Dies sei nach Angaben des Oberbürgermeisters der Stadt Coburg damals sinnvoll gewesen, um vornherein etwaige politische Begehrlichkeiten in Bezug auf Qualität und Standard aus Kostengründen einzudämmen. Im September 2009 hat dann der Stadtrat beschlossen, den Zuschlag für den Hallenbau zu erteilen, und zwar zu einem Festpreis inklusive Ausstattung in Höhe von satten 15,36 Mio. €. Hinzukommen werden jährlich noch rd. 375.000,-- € Betriebskosten für das technische Gebäudemanagement, Energie- und Personalkosten.
Offenbar wegen einer politischen Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern der Halle hat der Coburger Stadtrat beschlossen, den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband mit einer Prüfung des Vorgangs zu beauftragen. Das Prüfungsergebnis lag
zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses für das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler allerdings noch nicht vor.
Wenn auch – wie der Oberbürgermeister der Stadt Coburg meint – die neue Ballsporthalle eine „städtebauliche Visitenkarte“ der Stadt Coburg sein mag und sich Coburg eine derart teure Halle durchaus leisten kann, lässt dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kosten für den Hallenbau der Stadt Coburg sprichwörtlich „davongelaufen“ sind.
Zu hoffen bleibt, dass die Coburger Bürger und Steuerzahler nach Fertigstellung des ehrgeizigen Prestigeprojekts von weiteren ärgerlichen Kostensteigerungen verschont bleiben und dass ihre neue Ballsporthalle voll ausgelastet sein wird.

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