Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Newsletterinhalte

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02.10.2016

Schwarzbuch 2016 - Waldkirchen/Freyung


Waldkirchen-Freyung Geisterbus

Geisterbus fährt Defizit ein: 70.000 Euro pro Jahr
Als Draufzahlgeschäft für die Steuerzahler hat sich die Ilztalbahn-Anschluss-buslinie entpuppt. Der „Geisterbus“ befördert durchschnittlich nur 2 Personen pro Fahrt. Daher bleibt der Landkreis Freyung-Grafenau auf einem jährlichen Defizit von mehr als 68.000 Euro sitzen.





Waldkirchen/Freyung.
Im Zuge eines grenzüberschreitenden Verkehrskonzepts wurde die in den 1980er Jahren stillgelegte sog. Ilztalbahn die vom Hauptbahnhof Passau über das Ilztal und das Osterbachtal nach Waldkirchen und schließlich zu ihrem Endbahnhof nach Freyung verkehrt, reaktiviert und in Millionenhöhe – auch aus EU-Mitteln – bezuschusst. Die Fahrgäste der reaktivierten Ilztalbahn können in Waldkirchen auf eine Anschlussbuslinie umsteigen und über den Grenzübergang Haidmühle bis ins tschechische Nové Údoli befördert werden. Dieses Angebot wird allerdings weder von der Bevölkerung noch von den Touristen in dem erwarteten Maß genutzt. Die Fahrgäste sind an einer Hand abzuzählen. In der Saison 2015 wurden lediglich 2.716 Euro Fahrpreisentgelte eingenommen. Dies entspricht bei 53 Fahrtagen mit je 22 Fahrten einem Passagieraufkommen von statistisch 2,3 Fahr-gästen pro Fahrt. Bei Gesamtbetriebskosten von 71.430 Euro für die Busse blieb somit der Landkreis Freyung-Grafenau 2015 auf einem Verlust von 68.714 Euro aus dem Betrieb der Ilztalbahn-Anschlussbuslinie sitzen.

Der Landkreis Freyung-Grafenau will und kann aber das Ganze nicht stoppen, weil sonst die Rückzahlung von Fördergeld droht. „Das Fahrtenangebot soll nun allerdings in einer Weise reduziert werden, die den Auflagen des Förderbescheids noch gerecht wird.“

Der Landrat teilte dem Bund der Steuerzahler insofern unter anderem mit, dass ihm zuallererst an der gedeihlichen Entwicklung des Kreises Freyung-Grafenau gelegen sei: „Daran messen wir selbstverständlich auch den Einsatz unserer Haushaltsmittel. Wie und mit welchen Maßnahmen wir unsere Region entwickeln, ist dann aber Sache des kommunalen Selbstverwaltungsrechts. [...] Auch andere Regionen in Bayern bemühen sich nicht ohne Grund darum, wieder Regionalbahnanbindungen an ihre Zentren zu erhalten. Dies muss gerade im Hinblick auf die Steigerung der Attraktivität des südlichen Landkreises als Wohnstandort, die sehr angespannte Verkehrs-situation vor Ort und die Bedeutung der Ilztalbahn als touristisches Angebot gesehen werden.“

DER BUND DER STEUERZAHLER MEINT

Der Betrieb der Ilztalbahn-Anschlussbuslinie ist ein Draufzahlgeschäft und letztlich eine im wahrsten Sinne des Wortes „grenzenlose“ Verschwendung von Steuergeldern.
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