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02.10.2016

Schwarzbuch 2016 - München Gärtnerplatztheater


München - Staatstheater Gärtnerplatz
Kostenexplosion bei der Sanierung des Staatstheaters am Gärtnerplatz
In München ist beim Staatstheater am Gärtnerplatz bei den Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen eine Kostensteigerung von knapp 40 Prozent zu verzeichnen. Damit nicht genug: Auch die Wiedereröffnung des Theaters wird sich um mindestens ein Jahr verschieben.








München.
Um bauliche und anlagentechnische Mängel zu beseitigen und den Anforderungen an Funktionalität, Energieeinsparung und Betriebssicherheit gerecht zu werden, war zweifellos eine grundlegende Sanierung des Staatstheaters am Gärtnerplatz erforderlich. Durch den Abbruch und Neubau der südlichen Gebäude-teile können zudem eine große Probebühne und zwei weitere Proberäume im Theater integriert werden.

Die Sanierungsmaßnahmen wurden 2010 vom Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen im Bayerischen Landtag mit Gesamtkosten in Höhe von 70,7 Mio. Euro genehmigt. 2012 wurde wegen der Erhöhung der Bau-preise und der Mehrkosten durch Abgeltungsforderungen von Nachbarn für Grund-stücksnutzungen für die Gerüstaufstellung und für Beeinträchtigungen durch Lärm und Staub während der Bauzeit etc. ein Nachtrag von 6,5 Mio. Euro genehmigt. Die Gesamtkosten erhöhten sich somit auf 77,2 Mio. Euro.

Doch damit sollte es noch nicht sein Bewenden haben. Erhebliche Erschwernisse bei den Abbrucharbeiten und der Schadstoffentsorgung, bei der Herstellung der Baugrube und im Bereich der vor-handenen Bausubstanz führten zu Mehrkosten. Baupreissteigerungen und die Ver-längerung der Bauzeit von rund 13 Monaten taten ihr Übriges. Sie führten zu höheren finanziellen Forderungen der beauftragten Unternehmen, u. a. wegen verlängerter Vorhaltung der Baustelleneinrichtung, verlängerter Vorhaltung der Interims-Wärmeversorgung und verlängerter Objektüberwachung. Daher wurde im Juli 2015 ein weiterer Nachtrag in Höhe von 19,7 Mio. Euro genehmigt. Davon sind 16,7 Mio. Euro baubedingt und rd. 3 Mio. Euro entfallen auf die verlängerte Anmie-tung von Ausweichquartieren durch das Theater.

Doch nicht nur die Kosten sind davongelaufen. Auch die angestrebte Inbetriebnahme des Theaters im Herbst 2016 kann nicht eingehalten werden. Aufgrund der längeren Bauzeit wird nun eine Wieder-eröffnung des Staatstheaters am Gärtnerplatz zum Beginn der Spielzeit 2017/18 angestrebt.


DER BUND DER STEUERZAHLER SAGT

Summa summarum wird die Sanierung des „Gärtnerplatztheaters“ am Ende rund
97 Mio. Euro kosten. Die knapp 40-prozentige Kostensteigerung haben wieder
einmal die bayerischen Steuerzahler zu schultern.
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