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02.10.2016

Schwarzbuch 2016 - Dettelbach


Schaden durch Hackerangriff: 100.000 Euro
Ein Hackerangriff legte die EDV der Stadtverwaltung Dettelbach lahm. Um wieder an ihre verlorenen Daten zu kommen, zahlte die Stadt auch noch ein Lösegeld an den Hacker. Schadenssumme des Hackerangriffs insgesamt: 100.000 Euro.






Dettelbach.
Am 10.2.2016 blockierte der gefährliche Computervirus „Tesla Crypt 3.0“ die Daten der Stadtverwaltung Dettelbach, vorwiegend die des Einwohnermeldeamts, sowie die der Stadtwerke.

Verantwortlich für den Datenverlust war eine sogenannte Phishing-E-Mail. Da die Datei geöffnet wurde, war man dem Trojaner ausgeliefert. Um ein Entschlüsselungsprogramm für die Freigabe der Datenbanken zu erhalten, bezahlte die Stadt Dettelbach ein Lösegeld in Höhe von 490 Euro in Form von Bitcoins an die Erpresser.


Dettelbach - Rathaus
Die Lösegeldzahlung hatte aber nur mäßigen Erfolg, denn durch die Entschlüsselungssoftware tauchten die Daten der Dettelbacher Stadtwerke nicht wieder vollständig auf. Daher benötigte man von den Verbrauchern Kopien der Jahresendrechnungen 2015 für ihren Strom- und Wasserbezug, damit die verlorenen Daten wieder hergestellt werden konnten. Auch wenn strafrechtliche Schritte eingeleitet worden sind, muss sich die Stadt Dettelbach den Vorwurf gefallen lassen, dass es an einem ausreichenden Datensicherungskonzept offenbar gefehlt hat. Am Ende bezifferte sich der finanzielle Schaden durch die Schadenssoftware auf rund 100.000 Euro. Diese Kosten waren notwendig, um das komplette EDV-System neu aufzusetzen und die vorhandene Schadenssoftware restlos zu eliminieren.

DER BUND DER STEUERZAHLER IST SICHER

Auch wenn aus Sicht der Bürgermeisterin die „schnelle Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit“ der städtischen EDV „erste Priorität“ hatte und eine Lösegeldzahlung aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen nachvollziehbar erscheint, kommt die Zahlung von Erpressergeldern – auch wenn diese nicht üppig sind – einer Ver-schwendung von Steuergeld gleich. Gespannt dürfen die Dettelbacher Steuerzahler auch sein, ob es der Stadt gelingen wird, Schadenersatzansprüche gegenüber der beauftragten Fachfirma durchzusetzen, der offenbar Fehler bei der Datensicherung unterlaufen sind.
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