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02.10.2016

Schwarzbuch 2016 -Berchtesgaden/Obersalzberg


Berchtesgaden - NS Dokumentationszentrum

Kostensteigerung bei NS-Dokumentationszentrum
Aus dem Ruder laufen die Kosten für den geplanten Erweiterungsbau des Dokumentationszentrums auf dem Obersalzberg. Die Erweiterung soll um fast 50 Prozent teurer werden als zunächst angenommen.






Berchtesgaden/Obersalzberg.
Das Museum, auf Hitlers einstigem Urlaubsdomizil im Berchtesgadener Land, das im Jahr von rd. 160.000 Menschen, Tendenz steigend, besucht wird, wird erweitert und ausgebaut. Dort werden die Geschichte des Orts und die NS-Diktatur wissenschaftlich aufgearbeitet. Unter anderem soll ein 35 Meter langer Stollen gegraben und erschlossen werden, um den Besuchern einen Rundgang durch die alten SS-Bunker zu ermöglichen. Hintergrund der baulichen Erweiterung ist das stark gestiegene Interesse an der Dokumentationsstelle sowie die zunehmende Bedeutung in der politischen Diskussion. Durch die Erweiterung erhält die Dokumentation mehr Platz, um das hohe Besucheraufkommen auch in der Hauptsaison mit bis zu 1.500 Personen täglich bewerkstelligen zu können.

Bereits im Planungsstadium sind die Kosten explodiert. Die ursprünglich geschätzten 14,6 Mio. Euro werden auf rund 21,35 Mio. Euro steigen. Die Ursache dieser erheblichen Kostensteigerung sind die spezifischen Anforderungen des Erweiterungsbaus wie z.B.: Lüftungstechnik, Brandschutz und Barrierefreiheit. Diese Kostenexplosion war offenbar auch dem Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen im Bayerischen Landtag zu viel. Dieser hatte daher die „Haushaltsunterlage – Bau für die Erweiterung der Dokumentation Obersalzberg“ zurückgestellt. Die Kosten standen auf dem Prüfstand. „Dazu hat das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr gebeten, in enger Abstimmung mit den Nutzern der bestehenden Dokumentation Obersalzberg – dem Institut für Zeitgeschichte als wissenschaftlichen Betreuer sowie der Berchtesgadener Landesstiftung als Betreiberin der Dokumentation – baulich umsetzbare sowie wissenschaftlich vertretbare Einsparvorschläge zu erarbeiten, welche auch eine Bewertung des Umgangs mit der Bunkeranlage beinhalten“. So die Mitteilung des Bayerischen Finanzministeriums.

Schließlich hat der Haushaltsausschuss grünes Licht für 21,3 Mio. Euro für den Er-weiterungsbau gegeben.

DER BUND DER STEUERZAHLER MEINT

Die Leidtragenden der massiven Kostenexplosion werden letztlich die bayerischen Steuerzahler sein. Es bleibt zu hoffen, dass es doch noch gelingen wird, Einsparungen bei den Baukosten der „Dokumentation Obersalzberg“ zu realisieren.
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