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02.10.2016

Schwarzbuch 2016 - Aichach


Aichach Justizvollzugsanstalt
Juristisches Gefecht um Baupfusch
Der Baupfusch eines spanischen Unternehmens im neuen Versorgungs-zentrum der Justizvollzugsanstalt Aichach sorgt zum einen für Mehrkosten, zum anderen für eine verzögerte Fertigstellung. Der Fall zeigt: Das Billigste ist nicht immer das Beste.








Aichach. Die Gesamtbaukosten des neuen Versorgungszentrums der Aichacher Frauen-Justizvollzugsanstalt – mit Küche, Wäscherei, Bäckerei und Kantine für die Bediensteten – wurden zunächst auf 18,24 Mio. Euro festgesetzt. Das Versorgungszentrum konnte jedoch nicht termingerecht Mitte des Jahres 2015 seiner Bestimmung übergeben werden, da von dem beauftragten spanischen Unternehmen auf rund 4.500 Quadratmetern Wand- und Bodenfliesen mangelhaft verlegt worden waren. Die Fliesen lagen zum Teil hohl, waren buckelig verlegt und die Dichtigkeit war nicht gewährleistet. Die Ausführung der Fliesenarbeiten entsprach schlechthin nicht den anerkannten Regeln der Technik.

Die Firma kam den Aufforderungen zur Mängelbeseitigung bzw. Neuherstellung nicht nach. Sie führte lediglich erfolglose Sanierungsversuche durch, die zu weiteren Schäden führten. Um den Schaden zu begrenzen, wurde ihr der Auftrag gekündigt. So kam es, wie es kommen musste: Ein kompletter Rückbau der undichten und schlampig verlegten Fliesen und der Abdichtungen war notwendig, um die Baumaßnahme zügig fertigstellen zu können. Das Herausschlagen der miserabel verlegten Fliesen und das Verlegen neuer Wand- und Bodenfliesen wurde nunmehr von einem deutschen Unternehmen, das den Zuschlag erhalten hatte, durchgeführt.

Die Mehrkosten für die Schadensbehebung von rund 785.000 Euro hatte zunächst der bayerische Steuerzahler zu berappen. Das juristische Gefecht um die Frage, inwieweit die beauftragte spanische Firma und der Gebäudeplaner in Regress genommen werden können, war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet. Bis zum Abschluss des Rechtsstreits werden voraus-sichtlich noch einige Jahre vergehen. Wegen des Baupfusches wurde das neue Versorgungszentrum im Aichacher Frauengefängnis über ein Jahr später fertig als geplant. Die Gesamtbaukosten erhöhten sich aufgrund von Preissteigerungen, baulich bedingten Massen- und Ausführungsänderungen sowie aufgrund von Mängelbehebung bei den Fliesen auf 21 Mio. Euro.

DER BUND DER STEUERZAHLER STELLT FEST

Pfusch am Bau kann leider nicht in jedem Fall verhindert werden! Im Sinne der Steuerzahler bleibt in diesem Fall zu hoffen, dass diese nicht auf den ganzen Baupfusch-Beseitigungskosten sitzenbleiben werden.
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