Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Newsletterinhalte

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26.09.2015

Schwarzbuch 2015-Augsburg

Kapitel: Kostenexplosion

Augsburg - Hauptbahnhof
Fass ohne Boden: Zweistöckige Straßenbahnunterführung am Augsburger Hauptbahnhof. Zu einem Dauerbrenner in den Schwarzbüchern des Bundes der Steuerzahler wird das Projekt der Stadt Augsburg „zweistöckige Straßenbahnun-terführung am Hauptbahnhof“. Dabei sind die Kosten schon in der Planungsphase von Jahr zu Jahr gestiegen. Der Bund der Steuerzahler befürchtet, dass am Ende rd. 300 Millionen Euro im Tunnel verschwunden sein werden.


Augsburg. Die Stadt Augsburg plant u.a. die Errichtung eines Straßenbahntunnels mit einer Haltestelle unter den Bahngleisen im zweiten Untergeschoß des Hauptbahnhofes. Auch soll eine Verbindung zum neuen Westzugang des Hauptbahnhofes für Straßenbahn und Fußgänger geschaffen werden.

Im Jahr 2006 ist man noch von Kosten in Höhe von rd. 70 Millionen Euro für dieses Projekt ausgegangen. Im Jahr 2008 war man schon bei Kosten von 94,5 Millionen Euro angelangt. Der Bund der Steuerzahler befürchtete seinerzeit, dass bei Fertigstellung des Projekts „weit über 100 Millionen Euro im Tunnel verschwunden sein werden“. Und er sollte Recht behalten!

Die geschätzten Bau- und Planungskosten sind nunmehr schon auf 143 Millionen Euro gestiegen. Hinzu kommen weitere 5 Millionen Euro für Unvorhergesehenes und auch noch eine Ablöse an die Deutsche Bahn AG in Höhe von 12 Millionen Euro sowie weitere 21 Millionen Euro für Projektmanagement durch die Stadtwerke Augsburg GmbH. Summa summarum: 181 Millionen Euro wird das Mammutprojekt an Steuergeldern erfordern, wobei steigende Baupreise noch gar nicht einkalkuliert sind. Auch wenn der Bahnhofstunnel zum überwiegenden Teil aus staatlichen Mitteln gefördert werde, ist dies wenig tröstlich für die Steuerzahler. Denn gleich, aus welchem Topf die Finanzierungsmittel kommen, es handelt sich dabei stets um das Geld der Steuerzahler. Denn diese sind es, die die über 150-prozentige Kostensteigerung zu schultern haben werden.

Doch nicht nur die Kosten sind explodiert, auch die Fertigstellung des Tramtunnels samt unterirdischer Haltestelle wird sich verzögern. Statt im Jahr 2019 wird der Tunnel wohl erst im Jahr 2022 fertig hergestellt sein, was sich sicherlich wieder kostenträchtig auswirken wird.

In Anlehnung an das Bahnprojekt „Stuttgart 21“, das finanziell aus dem Ruder gelaufen ist, befürchtet der Bund der Steuerzahler schon jetzt, dass das ehrgeizige und kostenträchtige Augsburger Tunnelprojekt zu einem „Augsburg 22“ ausarten und am Ende die Steuerzahler mit rd. 300 Mio. € belasten wird.
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