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26.09.2015

Schwarbuch 2015-München - Fränkische Weinprobierstube


München - Fränkische Weinprobierstube 2
Kapitel: Teure Imagepflege

Fränkische Weinprobierstube – auf Kosten der Steuerzahler
Lieb und im wahrsten Sinne des Wortes teuer ist offenbar der Bayerischen Staatsregierung der Frankenwein. Rund 850.000,-- Euro sind für die Errichtung einer fränkischen Weinlounge in der Münchner Residenz veranschlagt.

München. Die Bayerische Staatsregierung will bis Ende des Jahres 2016 in einem Flügel der Münchner Residenz rd. 90 m² umfassende Räumlichkeiten, in denen bisher der „Residenzladen“, ein Souvenirgeschäft, untergebracht ist, zu einer „Fränkischen Weinprobierstube“ umgestalten. Im Zuge dieser Umbaumaßnahme wird auch die Haustechnik erneuert werden. Im Jahr 2013 ist man für dieses Vorhaben noch von Kosten in Höhe von rd.
400.000,-- Euro ausgegangen. Im Doppelhaushalt 2015/2016 des Freistaats Bayern sind für die Umbaumaßnahmen schon 850.000,-- Euro veranschlagt. Die Kostensteigerung auf nunmehr etwa 1 Million Euro liegt nach Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat darin begründet, dass „die erste Kostenschätzung auf der Grundlage von Vergleichsprojekten erfolgte, während nunmehr eine detaillierte Kostenermittlung erarbeitet wurde“. Über die umzugestaltenden Räumlichkeiten ist bereits ein Pachtvertrag mit dem fränkischen Weinbauverband abgeschossen worden, der dem Vernehmen nach zu gegebener Zeit einen Unterpächter einsetzen will. Abzuwarten bleibt, ob sich die kleine, aber teure fränkische Weinlounge gegenüber der benachbarten „Pfälzer Weinstube“, die auf einer Fläche von rd. 1.500 m² betrieben wird, auch tatsächlich behaupten kann. Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat ist zwar der Auffassung, dass mit der Fränkischen Weinlounge ein zeitgemäßer Treffpunkt in München etabliert werden soll. „Es soll das Bild des modernen Frankenweins mit hoher Weinqualität, Winzerpersönlichkeiten, Weintourismus etc. in einem zeitgemäßen Auftritt kommuniziert werden.

Damit ist eine klare konzeptionelle Abgrenzung zur Pfälzer Weinstube gegeben. Die Größe der geplanten Weinlounge entspricht dieser Zielsetzung. Mit völlig unterschiedlichen gastronomischen Konzeptionen werden unterschiedliche Zielgruppen angesprochen. Die Bayerische Staatsregierung ist davon überzeugt, dass die Fränkische Weinlounge als dauerhafte Repräsentanz in München dazu beitragen wird, die Rolle des Frankenweins als Leitprodukt der bayerischen Agrarerzeugung herauszustreichen und auch der Notwendigkeit gerecht wird, überregionale Absatzmärkte für die Existenzsicherung der rund 4.500 bayerischen Winzer zu generieren.“

Trotz allem muss aus Sicht der Steuerzahler die Frage erlaubt sein: Ist ein kleiner, aber feiner „vinophiler Frankenwein-Treffpunkt“ den bayerischen Steuerzahlern so viel Geld wert?
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