Hof-Plauen Schwarzbuch 2011
So dient der Verkehrslandeplatz Hof-Plauen der Erschließung der Region Oberfranken-Ost. Der Freistaat Bayern ist an dem dortigen Regionalflughafen weder beteiligt, noch gewährt er staatliche Mittel zur Deckung evtl. Betriebsdefizite. Träger dieses Regionallandeplatzes ist die Flughafen Hof-Plauen GmbH & Co. KG, an der die Landkreise Hof, Wunsiedel und Vogtlandkreis, die Städte Hof und Plauen, sowie die regionale Wirtschaft beteiligt sind. Dennoch gewährte der Freistaat Bayern in den letzten fünf Jahren Zuwendungen in Höhe von rd. 7,4 Mio. € für die Generalsanierung der Start- und Landebahn sowie für weitere Maßnahmen.
Der Betrieb der Fluglinie Hof-Frankfurt a. Main wird vom Freistaat Bayern, der Stadt Hof und den Landkreisen Hof und Wunsiedel finanziell in Höhe von rd. 2,9 Mio. € jährlich abgesichert. Doch der Fluglinienbetreiber konnte oder wollte wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit infolge zurückgehender Fluggastzahlen für dieses Geld nicht mehr fliegen. Daher legte der Freistaat Bayern noch mal rd. 1 Mio. € für die nächsten zwei Jahre drauf. Zusammen mit der Stadt und mit dem Landkreis Hof sowie dem Landkreis Wunsiedel (322.000,-- €) werden insgesamt rd. 1,3 Mio. € an öffentlichen Mitteln für die kostspielige Infrastrukturmaßnahme ausgegeben. Damit müssen die Steuerzahler die luxuriöse Erschließung der Region Oberfranken-Ost teuer bezahlen.
Der Bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie ist zwar der Auffassung, dass die Fluglinie Hof-Frankfurt a. Main nicht ausschließlich nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt werden könne, die Fluglinie sei vielmehr „aus übergeordneten struktur- und regionalpolitischen Gründen für die Verbesserung der Standortsituation Hochfrankens nach wie vor unverzichtbar…“. Macht man aber vor Ort erst mal die Erfahrung, dass ankommende Fluggäste an zehn Fingern abgezählt werden können, ist es nicht verwunderlich, dass jedes Ticket eines Fluggastes dem Vernehmen nach mit ca. 200,-- € subventioniert werde. Die Bayerische Staatsregierung bezeichnet zwar die Subventionen in den Flughafen als „gut investiertes Geld in die Zukunft der Region“ und will mittels einer Machbarkeitsstudie prüfen, wie der Regionalflughafen Hof-Plauen zukunftsfähig gestaltet werden könne. Vielleicht legt die Bayerische Staatsregierung dann ein sensibleres Gespür für das Geld der Steuerzahler an den Tag.





