Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Friedhofsgebühren: Wo Sterben besonders teuer ist

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02.04.2014

Friedhofsgebühren: Wo Sterben besonders teuer ist

Sterben kostet nicht nur das Leben eines Menschen, es ist auch für die Hinterblie-benen sehr kostspielig.

Der Wohnort eines Verstorbenen ist entscheidend dafür, wie viel Geld seine Beerdi¬gung kostet. Denn die kommunalen Gebühren für Grabnutzung, Bestattung und Ge¬nehmigung eines Grabmals sind äußerst unterschiedlich, wie ein Vergleich des Bundes der Steuerzahler in Bayern unter den 25 kreisfreien Städten in Bayern zeigt. So sind zum Beispiel Sargbestattungen in Bamberg, Ingolstadt, Passau und Rosenheim etwa doppelt so teuer wie in Coburg. Das sei nicht nachvollziehbar – so Rechtsanwältin Maria Ritch, Vizepräsidentin des Bundes der Steuerzahler. Sie fordert die Spitzenreiter auf, ihre Gebühren zu senken, damit kein Bürger aus finanziellen Gründen in einer anderen Stadt beerdigt werden müsse.

Für die Sargbestattung eines Erwachsenen in einem einstelligen Wahl¬grab* mit
einer Nutzungszeit von 20 Jahren fallen in Coburg Gebühren in Höhe von
928 Euro** an. In Kempten zahlt man in etwa den gleichen Preis (914 Euro), bekommt dafür aber lediglich ein Urnenwahlgrab.*** Wer seine letzte Ruhe in dem geschilderten einstelligen Wahlgrab finden will, der muss in Kempten - zumindest in puncto Gebühren – deutlich tiefer in die Tasche greifen: 1.514,00 Euro werden fällig. Und Kempten liegt im Vergleich zu den 25 kreisfreien Städten in Bayern sogar nur auf Platz 17. Spitzenreiter sind Augs¬burg mit 2.250,50 Euro, Amberg mit 2.066,97 Euro, Passau mit 2.064,00 Euro, München mit 2.056,00 Euro und Weiden in der Oberpfalz mit 2.026,00 Euro für eine Sargbestattung.

Auch bei einer Urnenbestattung in einem Wahlgrab gibt es erhebliche Unterschiede. Besonders günstig sind Kaufbeuren und Nürnberg. 624 Euro und 625 Euro werden dort für die Urnenbestattung, die Grabnutzung und die Grabmalgenehmigung fällig. Auch Fürth und Ansbach verlangen mit 690 Euro und 691 Euro vergleichsweise geringe Gebühren. Spitzenreiter sind dagegen Bamberg mit 1.595 Euro, München mit 1.431 Euro und Passau mit 1.372 Euro.

Insgesamt zeigt der Vergleich: Die Gebühren für eine Urnenbestattung sind deutlich niedriger als für eine Sargbestattung. Während für die Bürger in den kreisfreien Städten in Bayern im Jahr 2014 im Durchschnitt eine Gebühr von 1.643,84 Euro für eine Sargbestattung in einem Wahlgrab anfällt, sind für eine Bestattung in einem Urnenwahlgrab Gebühren in Höhe von durchschnittlich 979,55 Euro zu zahlen, also im Durchschnitt rund 664 Euro weniger.

Auch kann es sich lohnen, einen Blick auf die Gebühren anderer Kommunen zu werfen. Denn dort könnte die Bestattung deutlich günstiger ausfallen. Allerdings ist hier zu beachten: Der Verstorbene hat nur in der Kommune, in der er zuletzt seinen Lebensmittelpunkt hatte, einen Rechtsanspruch auf die Nutzung des Friedhofs. Die Nachbarkommune kann eine Bestattung also verwehren. Erfahrungsgemäß sind je¬doch die meisten Kommunen bereit, auch „Auswärtige“ zu bestatten, wenn diese oder ihre Angehörigen es wünschen.

Der Bund der Steuerzahler gibt den Verantwortlichen in den kreisfreien Städten in Bayern mit besonders hohen Bestattungsgebühren jedoch zu bedenken, dass viele Menschen in der Stadt, in der sie gelebt haben und in der die Menschen wohnen, die um sie trauern werden, auch beerdigt werden wollen. Dass ein derartiger Wunsch unter Umständen aufgrund der aktuellen Gebührensituation nicht erfüllt werden kann, könne nicht im Sinne einer bürgerfreundlichen Stadt sein. Der Bund der Steuerzahler appelliert daher an die kreisfreien Städte in Bayern, ihre Grabnutzungs- und Bestattungsgebühren moderat zu gestalten, das heißt abzusenken und diese auf keinen Fall weiter zu erhöhen.


* Bei einem einstelligen Wahlgrab handelt es sich um eine Grabstätte, in die nur ein Sarg für einen Verstorbenen im Erwachsenenalter hinein darf. Bei einem mehrstelligen Grab dürfen entsprechend mehrere Verstorbene bestattet werden. In diesem Fall sind die Gebühren aber auch höher.
** Es handelt sich bei den genannten Werten immer um die Summe aus Grabnut¬zungs-, Bestattungs- und Grabmalgenehmigungsgebühr.
*** Bei einem Urnenwahlgrab handelt es sich um eine Erdgrabstätte, die in der Regel Platz für bis zu vier Urnen bietet.


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