Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. - Der Ball rollt – der Euro auch!

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06.06.2014

Der Ball rollt – der Euro auch!

11 Tipps rund um die Fußball-WM 2014

Fußball, Bier und Currywurst – das gehört zusammen. Was hat das mit Steuern zu tun? Eine Menge! In einem Fußball-Spezial zur WM in Brasilien erklärt der Bund der Steuerzahler, wie viel Steuern etwa auf ein Fläschchen Bier anfallen. Für jeden der 25 Spieltage gibt es Informatives rund um die Themen Steuern, Recht und Fußball auf der Internetseite www.steuerzahler.de.
Wissen, mit dem man auf jeder Fußballparty punkten kann. Hier eine Auswahl von 11 BdSt-Tipps.

1. Fiskus profitiert bei der Alkoholsteuer
Auf den Torjubel ein kühles Bier: Das freut nicht nur den Fußballfan, sondern auch den Staat. Rund 5 Cent Biersteuern werden für eine 0,5 Literflasche fällig. Je nach Bierkonsum pro Spieltag können da über die Fußball-WM einige Euro zusammenkommen. Rein steuerlich gesehen, ist das Biertrinken jedoch verhältnismäßig günstig. Das Fläschchen Sekt für die Gattin schlägt mit einer Schaumweinsteuer von 1,02 Euro je 0,75 Literflasche höher ins Kontor. Obendrauf kommt dann noch die Umsatzsteuer auf die Steuer, d.h. neben der Mehrwertsteuer aufs Produkt kommen 0,6 Cent bei der Halben Bier und 1,21 Euro pro Flasche Sekt hinzu.

2. Mit der Luftverkehrsteuer zur WM
Mit viel Glück haben Fans Karten ergattert und schauen sich ein Spiel vor Ort an. Trotzdem verdient der deutsche Fiskus mit. Wie das? Über die Luftverkehrsteuer. Wer mit dem Flieger nach Brasilien saust, zahlt pro Sitzplatz 42,18 Euro Luftverkehrsteuer. Ein kleiner Trost für die Daheimgebliebenen: Dafür könnten sie rund 50 Flaschen Alkopops trinken. Auf diesem Weg zahlen sie den gleichen Betrag an Alkopopsteuer.

3. Schuss ins Fenster – Handwerkerkosten bei der Steuer absetzen
Früh übt sich, wer ein Meister werden will: Unter Umständen treffen Nachwuchskicker nicht immer gleich ins Tor, dafür aber ein Fenster. Wer den Glasbruch mit Hilfe eines Handwerkers beheben lässt, kann die Kosten für den Handwerker (Arbeitskosten – nicht für die Scheibe) bei der Einkommensteuererklärung absetzen. Immerhin 20 Prozent der Aufwendungen, also maximal 1.200 Euro pro Jahr, können als Handwerkerleistung steuerlich abgesetzt werden. Den Bonus gibt es für Arbeitsstunden und Anfahrtskosten.

4. Ehrenamt mit Steuerersparnis
Rund um große Ereignisse wie eine Fußball-WM ist der Zulauf bei Sportvereinen groß. Wie das Runde ins Eckige gelangt, erklären häufig ehrenamtliche Trainer, Betreuer oder Übungsleiter. Dieses ehrenamtliche Engagement fördert auch der Steuergesetzgeber. Wer für diese Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung vom Verein ausgezahlt bekommt, kann bis zu 2.400 Euro im Jahr steuerfrei erhalten. Zudem werden weitere Tätigkeiten bei gemeinnützigen Sportvereinen steuerlich unterstützt. Ehrenamtler, die nebenberuflich als Platz- oder Kassenwart bei einem gemeinnützigen Sportverein tätig sind, können eine vom Verein speziell dafür gezahlte Aufwandsentschädigung bis zu 720 Euro im Jahr steuerfrei vereinnahmen.

5. Betriebsfeier mit Fußballparty
Mit der Fußball-WM steigt auch die Feierlaune in vielen Unternehmen. Häufig teilt der Chef die Fußballleidenschaft der Belegschaft und organisiert vielleicht sogar ein Sommerfest mit Bier, Würstchen und Fußballgucken. Die Kosten für solche Betriebsfeten kann der Chef grundsätzlich als Betriebsausgabe abziehen. Beim Arbeitnehmer wird kein zusätzlicher Arbeitslohn ausgelöst, wenn sich die Feier im üblichen Rahmen bewegt. Dabei gilt jedoch auf dem Spielfeld wie auch bei der Steuer: Die Spielregeln müssen eingehalten werden! Andernfalls drohen unter Umständen hohe Steuernachforderungen. Damit bei der Betriebsfeier kein zu versteuernder geldwerter Vorteil für den Arbeitnehmer entsteht, dürfen die Aufwendungen pro Teilnehmer die Freigrenze von maximal 110 Euro (inklusive Umsatzsteuer) je Veranstaltung nicht überschreiten, so die geltende Regel der Finanzverwaltung.

6. An jedem verkauften Fan-Artikel verdient der Staat – So viel Umsatzsteuer wird fällig
Ein waschechter Fan drückt seine Unterstützung durch ein WM-Outfit und mit Fanartikeln aus, die das heimische Wohnzimmer oder den Arbeitsplatz schmücken. Fähnchen oder Außenspiegel-Überzieher in Schwarz-Rot-Gold kurbeln nicht nur die Einnahmen der Fanartikel-Hersteller an. Auch der Fiskus verdient durch die Umsatzsteuer an jedem verkauften T-Shirt, jeder Blumenkette und Deutschlandfahne mit. So fällt für ein WM-Herren-Outfit mit Trikot (79,95 Euro*), Hose (37,95 Euro*), Stutzen (17,95 Euro*) Schweißband (6,95 Euro*) und Schal (17,95 Euro*) Umsatzsteuer in Höhe von 25,68 Euro an. Auch in diesem Jahr bereiten sich die Händler auf einen Ansturm auf die Fanartikel vor, was auch den Fiskus freuen dürfte. (*Preise aus dem offiziellen DFB-Fanshop)

7. Fußball-Wetten abgeben – Der Staat verdient mit
Ob nun Kraken-Orakel, das eigene Bauchgefühl oder minutiöse Berechnung: Wird bei einem Wettanbieter auf den Ausgang eines WM-Spiels gesetzt, ist in Deutschland Wettsteuer fällig. Durch das Rennwett- und Lotteriegesetz von 1922 wurde die heutige Steuer eingeführt, die nach dem Zweiten Weltkrieg auch auf Fußballwetten ausgedehnt wurde. Bayern war das erste Bundesland, das 1948 Fußballwettunternehmen zugelassen hat. Durch die jüngste Reform aus dem Jahr 2012 werden Sportwetten in- und ausländischer Wettanbieter in die Besteuerung eingeschlossen. Auf jeden Sportwetteinsatz wird ein Steuersatz von fünf Prozent erhoben. Aus der Rennwett- und Lotteriesteuer ergab sich so für das Jahr 2013 ein Steueraufkommen von 1,6 Milliarden Euro.

8. Sportliche Spenden – Als Sonderausgaben von der Steuer absetzen
Eine Spende an den gemeinnützigen Fußballverein vor Ort macht nicht nur den Freizeitkickern Freude, sondern kann auch beim Steuersparen helfen. Kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Spenden können bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte in der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben abgesetzt werden. Überschreiten die geleisteten Spenden diesen Höchstbetrag, können diese in die nächsten Jahre vorgetragen und dann steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung für den Spendenabzug ist eine ordnungsgemäße Zuwendungsbescheinigung. Bei Spenden bis 200 Euro genügt die Vorlage eines Kontoauszuges.
9. Die Wurst hat zwei Enden und zwei Steuersätze
„Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“ ist ein beliebter Schlager. Die Wurst hat aber auch zwei Steuersätze. Je nachdem, wo der Fan sein Würstchen verspeist, beträgt der Umsatzsteuersatz 7 Prozent oder 19 Prozent. Für die schnelle Bratwurst auf die Hand, verlangt der Fiskus den ermäßigten Umsatzsteuersteuersatz von 7 Prozent. Macht es sich der Gast im Wirtshaus mit Tisch und Stuhl gemütlich, muss der Gastwirt den Verkauf der Wurst mit einer Umsatzsteuer von 19 Prozent abrechnen – hier nämlich handelt es sich laut Steuerrecht um eine Restaurantleistung.

10. Beinbruch von der Steuer absetzen
Die Temperaturen steigen und die Freizeitkicker zieht es auf die Bolzplätze. Ab und an endet ein Foul nicht nur mit einer fiesen Schürfwunde, sondern sogar mit einem Beinbruch. Die Kosten für Medikamente oder Zuzahlungen zu Behandlungen müssen viele Steuerzahler dann aus eigener Tasche zahlen. Kommt im Laufe des Jahres noch eine neue Brille oder Zahnersatz hinzu, gehen die persönlichen Ausgaben für die Gesundheit schnell in die Höhe. Ein Trostpflaster: Die von der Krankenkasse nicht ersetzten Kosten können steuerlich berücksichtigt werden. Daher sollten nicht nur Panini-Fußballbilder aufgehoben werden, sondern auch Quittungen über Zuzahlungen zu Gesundheitsleistungen und Medikamente.
11. Keine Gleitzeit auf eigene Faust
Echte Fußballfans möchten kein Spiel der Lieblingsmannschaft verpassen, gerade wenn es um ein Großereignis wie die Fußball-WM geht. Bei dieser WM fällt die Übertragung der Spiele oft in die späten Abendstunden. Wer mit seinem Arbeitgeber eine Gleitzeit vereinbart hat, kann nach dem abendlichen Fußballevent am nächsten Tag etwas später ins Büro oder den Betrieb kommen. Pech, wenn eine solche Regelung fehlt und der Arbeitnehmer am nächsten Tag früh aufstehen muss, um pünktlich bei der Arbeit zu sein. Arbeitnehmer, die später zur Arbeit kommen möchten, sollten dies auf jeden Fall mit dem Chef vorher absprechen. Wer auf eigene Faust zu spät kommt, muss mit einer Abmahnung rechnen.


Quelle: Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.
Stand: 6. Juni 2014

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